Sehr verbreitet ist ein Problem-orientiertes Denken. Ein Problem tritt auf und muss behoben werden. Die Lösung muss daher spezifisch dieses Problem lösen.
Dabei wird dann oftmals nicht bedacht, welche Auswirkungen so eine Lösung sonst noch hat. Ob neue Fehler auftreten, ist die grundlegendste Frage. Doch auch ob neue Konzept-Probleme auftreten, ob also die Lösung überhaupt ins Spielkonzept passt, wird oft genug nicht ernsthaft betrachtet.
Ein Beispiel:
Beim Wilden Reiter wird sehr viel gezüchtet, das Spiel ist derzeit tendenziell zu sehr auf's Züchten aus. Demzufolge ist die Pferdezahl relativ hoch und manche weniger guten Fohlen sind quasi unverkäuflich.
Das Problem also: Die Pferdezahl ist zu hoch, weil zu viel gezüchtet wird.
Eine direkte Lösung, die mir dutzende Male vorgeschlagen wurde: Eine maximale Fohlenzahl pro Pferd einführen. Diese Maximalzahl begrenzt dann die Pferdezahl.
Was ist mein Problem mit dieser Lösung? Eine Maximalzahl schränkt nicht nur die Mitglieder ein - vielleicht züchten manche mit Sinn und Verstand 6 statt den dann erlaubten 5 Fohlen (Zahlen willkürlich). Sie hilft auch dem Problem nicht entgültig ab. Denn das Spielkonzept bleibt auf Zucht ausgelegt, und dann wird halt mit mehr Pferden als Basis die Masse produziert, die schon heute da ist. So eine Verlagerung ist direkt zu erwarten. Das aber erkennt ein Problem-orientiertes Lösen oft nicht.
Deshalb versuche ich, Probleme Konzept-orientiert zu lösen. Die Frage lautet dann: Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass so viel gezüchtet wird? Und die Antwort muss lauten: Es gibt keine echte spielerische Alternative. Es besteht eine Lücke oder ein Fehler im Konzept.
Meine Antwort ist: Dann müssen die anderen Spiel-Aspekte vom Wilden Reiter attraktiver werden. Leistungsklassen in den Turnieren müssen her.

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