Leistungsschutzrecht

Blog-Eintrag vom 08.06.2010

Mit einem neuartigen Leistungsschutzrecht wollen Verlage dafür sorgen, dass ihre Erzeugnisse - gedruckt und digital - nicht kopiert, vervielfältigt und gelesen werden dürfen, ohne das eine (ihre) Verwertungsgesellschaft dabei kassiert. Unabhängig von den Problemen für Journalisten ergibt sich da eine Riesensauerei:


Verlage lassen Google freiwillig auf ihre Seiten und freuen sich über die Besucher, die Google bringt. Zugleich wollen sie jetzt, dass Google für das Zitieren ihrer Werke zahlen soll. Dass jeder Leser - dem sie die Texte derzeit freiwillig zur Verfügung stellen - zahlen soll.
Die Idee: Kostenpflichtige Inhalte, wie sie sich das vorstellen, funktionieren nicht, solange andere die Informationen kostenlos bieten. Also lässt man ab sofort alle bezahlen via Gesetz. Dann braucht man kein durchschlagendes Geschäftsmodell mehr.
Es stellt sich die Frage: Wäre es nicht sinnvoller, am Geschäftsmodell zu arbeiten? Ist ja nicht so, dass man als Verlag im Internet seine Inhalte kostenlos verbreiten müsste und kein Geld verdienen könnte. Einzig: Man muss Mehr-Wert bieten, damit die Leute bezahlen.
Freier Informationszugang ade ... zurück in die Zeiten vor dem freien Zugang via Internet, und voran in die Zeiten des radikalen Abkassierends von Zweitverwertern (z.B.: Bloggern).

Aus einem Kommentar bei carta:
Wer nicht kostenlos etwas über das Internet veröffentlichen will besitzt heute jegliche Möglichkeiten dies auch entsprechend mit technischen Möglichkeiten zu erreichen. Das der betroffene jedoch dann keine Leserschaft mehr erreicht kann nicht das Problem unserer Gesellschaft sein. Denn jeder Einzelne muss sich dem kapitalistischen Wettbewerb stellen. Oder soll für jeden Berufszweig eine Sonderregelung per Gesetzt definiert werden um das Überleben von bestimmten Unternehmen zu retten?
Quelle: http://carta.info/27043/entwurf-fuer-das-leistungsschutzrecht-fuer-press...

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